{"id":3480,"date":"2017-04-07T17:49:03","date_gmt":"2017-04-07T16:49:03","guid":{"rendered":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/?p=3480"},"modified":"2017-04-24T23:18:55","modified_gmt":"2017-04-24T22:18:55","slug":"kannibalen-eine-bayerische-betrachtung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/kannibalen-eine-bayerische-betrachtung\/","title":{"rendered":"Kannibalen &#8211; eine bayerische Betrachtung"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"p1\" style=\"text-align: center;\"><em><strong>Kannibale<\/strong><\/em>, sagt der Duden, ist:<\/h3>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">1. Angeh\u00f6\u009ariger eines Naturvolkes, das auch Fleisch von Menschen verzehrt.<br \/>\n2. (abwertend) rohe, brutale Person.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">\u00dcbrigens gilt dies auch f\u00fcr weibliche, die man dann Kannibalin nennt.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Als <em>kannibalisch<\/em>\u00a0gilt, wer als barbarisch, brutal, gnadenlos, grausam, herzlos, schonungslos, unbarmherzig, unerbittlich, unger\u009f\u00fchrt, unmenschlich oder verroht bezeichnet wird.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">In diesen F\u00e4llen, ebenso wie f\u00fcr jene unter Ziffer 2 oben, ist der Verzehr von Menschenfleisch keine Voraussetzung<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Jetzt aber zur Sache. In Bayern, soviel ist gewiss, geh\u00f6ren Kannibalen der Kategorie 1. schon per se <!--more-->nicht zum Volksstamm der Eingesessenen. Zwar nagt der gepflegte Wirtshausgeher oder Bierg\u00e4rtler ebenfalls so manchen Knochen\u00a0\u00fcberaus gewissenhaft bis zum letzten, mikroskopisch kleinsten Teilchen ab, jedoch handelt es sich dabei, in aller Regel jedenfalls, um Hendl, Fisch, Ripperl oder anderes Geknoche aus dem Leib eines Rindes, Ochsen oder Schweines. W\u00e4re darunter aus Versehen der Teil eines Menschen, w\u00fcrde selbiges aufgrund der EU-Herkunftskennzeichnungspflicht sofort auffallen. Weil das so ist, kann <em>Mensch\u00a0<\/em>in Bayern als Verzehrstoff kategorisch ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Dieserart Definition sollte, nein, muss, dringend in den Duden eingereiht werden. Erstens w\u00fcrde es deutlich zu Versachlichung beitragen und zweitens jedwedes Fleisch versehen mit dem Label <em>Grown Up and abg&#8217;murkst in Bavaria\u00a0<\/em>sehr schnell zum internationalen Standard f\u00fcr G\u00fcte erster Qualit\u00e4t erheben &#8211; ein neues G\u00fctesiegel eben, auf das Verlass w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnten Bauern aus Bayern dann auch Lizenzen an ausw\u00e4rtige Landwirte vergeben, wenn, und das w\u00e4re entscheidend, der bayerische Bauer dem Lizenznehmer die besondere G\u00fcte seiner Fleischwaren zertifiziert. Ein solches Label k\u00f6nnte dann lauten:\u00a0<em>Under Bavarian Licence for Grown Up and abg&#8217;murkst Cattle of Bavarian Standard.\u00a0<\/em>Bei Fisch m\u00fcsste Cattle nat\u00fcrlich\u00a0<em>\u00a0<\/em>durch\u00a0<em>Fish\u00a0<\/em>ersetzt werden.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Es ist einleuchtend und ohne Weiteres zu erkennen, bei gutem Willen jedenfalls, dass es zum Erlass entsprechender Gesetze und Regularien hierf\u00fcr mindestens einer eigenen Hauptabteilung im Landwirtschaftsministerium bed\u00fcrfte, wenn nicht sogar eines eigenen Ministeriums. Geeignetes Personal, das sich mit Ochsen, H\u00fchnern und K\u00fchen auskennt, g\u00e4be \u00a0es in Bayern zu Hauff. Beweis: Bezeichnungen, wie z.B.\u00a0<em>bl\u00f6der Ochse, bl\u00f6de Henna oder dumme Kuh,\u00a0<\/em>belegen, wie elementar dieses Denken bereits im Sprachgebrauch verwurzelt ist.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">In diesem Sinn werde ich eine entsprechende Eingabe ausarbeiten und unserem verehrten Ministerpr\u00e4sidenten zustellen. \u00dcbrigens f\u00e4llt mir dabei ein, dass es beim Ochsen noch eine Steigerung g\u00e4be, n\u00e4mlich <em>Hornochse.<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">Gerne nehme ich Ihre Ratschl\u00e4ge und Empfehlungen entgegen.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\">\u00a0<span style=\"color: #999999;\">Foto: Creative Commons Lizenz, flickr,<a id=\"yui_3_11_0_3_1491582463245_368\" style=\"color: #999999;\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/kleingeviert\/\">Stefan Berndt<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3487,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[304],"tags":[912,913,914,918,917,909,916,911,910,915,839],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3480"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3480"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3494,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3480\/revisions\/3494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3487"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}