{"id":846,"date":"2013-08-01T12:31:57","date_gmt":"2013-08-01T10:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/hkreiter.com\/?p=846"},"modified":"2015-09-14T16:22:00","modified_gmt":"2015-09-14T15:22:00","slug":"1-der-weg-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/1-der-weg-2\/","title":{"rendered":"(1) Der Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Lass<em> dich fallen! Du sp\u00fcrst, wie dein K\u00f6rper immer schwerer wird, die Arme, die Beine, dein ganzer K\u00f6rper &#8230;\u00a0<\/em>Im Hintergrund t\u00f6nte leise J. S. Bach. Du gibst dich ganz der Stimme hin, die dich dirigiert, dir genau sagt, was du zu \u00a0tun hast. Du bist gefangen in dem wohltuenden Gemisch aus Stimme und Musik. <!--more-->Die Musik erreicht dein Unterbewusstsein, \u00f6ffnet es f\u00fcr die Stimme. Diese Stimme, die gleichm\u00e4\u00dfig den Raum in deinem Gehirn einnimmt. &#8230;\u00a0<em>siehst du die Wiese vor dir? Du gehst auf sie zu, &#8230; du riechst \u00a0den Duft der Gr\u00e4ser, siehst die Blumen, riechst den bet\u00f6renden<\/em>\u00a0<em>Duft dieser \u00fcberw\u00e4ltigenden Pracht an Farben, sp\u00fcrst die W\u00e4rme der Sonnenstrahlen, die dich v\u00f6llig einh\u00fcllt<\/em>\u00a0&#8230; \u00a0Immer weiter folgst du den Anweisungen, l\u00e4ngst der Realit\u00e4t entschl\u00fcpft, gehst du auf die Wand zu, durchdringst sie, wie die Stimme es dir auftr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Welt um dich ist entschwunden, du weisst nichts mehr von ihr, bist nur noch dort, wohin die Stimme dich dirigiert und dann, pl\u00f6tzlich, absolute Stille. Ein Weile vernimmst du nichts, bis die Stimme leise, kaum wahrnehmbar fl\u00fcstert &#8230;\u00a0<em>du bist im Meer der Ruhe. Sp\u00fcrst du sie, diese absolute Ruhe? &#8230; nichts kann dich dieser Ruhe entrei\u00dfen &#8230; genie\u00dfe diese Ruhe und \u00f6ffne deine Gedanken\u00a0 &#8230; \u00f6ffne sie und befreie dich von allem Ballast &#8230; befreie dich von allem, was dich qu\u00e4lt &#8230; lass es flie\u00dfen und ergib dich dieser unendlichen Ruhe. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du weisst nichts mehr von dir, weisst nicht einmal mehr, dass es dich gibt, wer du bist. Alles ist angesichts dieses Erlebnisses \u00a0von absoluter Ruhe v\u00f6llig bedeutungslos. Du m\u00f6chtest f\u00fcr immer in diesem Zustand verweilen, aber es ist nicht dein Wille, dein Ich, das diesen Wunsch versp\u00fcrt. Eine andere Ebene hat die Regentschaft \u00fcbernommen, Suggestivkr\u00e4fte beherrschen dich, du selbst bist nicht mehr existent. Du sp\u00fcrst die Gedanken aus deinem K\u00f6rper flie\u00dfen, du empfindest nur noch, was die Stimme dir eingibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da, pl\u00f6tzlich, du vernimmst wieder Musik, eine andere Musik, als zu Beginn, jetzt aufr\u00fcttelnd und die Stimme, nicht mehr sanft und einschmeichelnd, sagt in festem, bestimmenden Ton &#8230;\u00a0<em>ich z\u00e4hle jetzt bis drei, dann sind wir alle wieder wach, hellwach und wir strecken uns &#8230; eins, zwei &#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du bist wieder im Hier und Jetzt, noch benommen zwar, von dem eben Erlebten, aber wieder Herr deiner Sinne. Du bist wieder du. Was war geschehen? Noch begreifst du es nicht. Die Musik ist verstummt, der Raum wieder hell erleuchtet, die Vorh\u00e4nge vor den Fenstern ge\u00f6ffnet. Die Gruppe der Menschen ist damit besch\u00e4ftigt, mitgebrachte Yoga- oder Gymnastikmatten zusammen zu rollen. Es geht ihnen, wie dir. Die Surrealit\u00e4t der letzten Sekunden oder Minuten h\u00e4lt sie noch immer in Bann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas abgesondert von der Gruppe steht eine Frau. Sie hat nichts bei sich, wie es die anderen haben und schon deshalb hebt sie sich etwas von den \u00dcbrigen ab. Sie wartet noch etwas und sagt dann: &#8222;Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre disziplinierte Teilnahme an dieser Lektion. Sie haben heute selbst erlebt, welche Kraft in jedem von uns steckt. Jeder wird \u00a0vielleicht die Intensit\u00e4t anders empfunden haben, aber alle wissen wir nun, wie einfach es doch im Grunde genommen ist, \u00a0eigene \u00a0M\u00f6glichkeiten zu mobilisieren. Jetzt noch mit Anleitung durch mich, aber Sie werden schon sehr bald gelernt haben, es selbst zu tun. Sie werden einwenden, so einfach, wie ich es darstelle, \u00a0sei es nicht gewesen, schliesslich h\u00e4tten wir schon viele gemeinsame Stunden damit zugebracht, uns in der Technik und Ausf\u00fchrung zu trainieren. Sie haben recht, aber sehen Sie, was ist das schon im Vergleich zu den unendlichen M\u00f6glichkeiten, die sich schon sehr bald f\u00fcr Sie auftun werden? Heute haben Sie\u00a0<em>das Meer der Ruhe\u00a0<\/em>kennen gelernt und erfahren, wie Sie es nutzen k\u00f6nnen, um unliebsame Gedanken \u00fcber Board zu werfen oder einfach nur, um sich darin wohl zu f\u00fchlen und zu erholen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Weg nach Hause versp\u00fcrst du den unendlichen Wunsch, einem inneren Zwang gleich, der dich nicht mehr loslassen will, du willst den Weg gehen, bis du\u00a0<em>Im Tal der Sehnsucht\u00a0<\/em>angelangt bist. Es ist dir gleich, wie viele Stunden oder Tage es noch dauern mag, dorthin willst du, das ist sicher. Konfuzius soll einmal gesagt haben, der Weg sei das Ziel. Daran verschwendest du keinen einzigen Gedanken, der Spruch kommt dir nicht einmal in den Sinn. Du bist gefesselt in deinen Vorstellungen und Erwartungen. Du willst die Sehns\u00fcchte dieser Welt erfahren, deine eigenen befriedigen k\u00f6nnen, daf\u00fcr ist dir kein Weg zu weit, kein Training zu schwer. Was hatte die Kursleiterin zu Anfang der ersten Lektion gesagt? &#8222;Einige von euch werden vielleicht bis zum Schluss durchhalten und im\u00a0<em>Tal der Sehnsucht<\/em>\u00a0ankommen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du w\u00fcrdest zweifellos dazu geh\u00f6ren. Dein gebeuteltes Leben soll wieder in Ordnung kommen. Deine vielen Liebschaften endlich in eine dauerhafte Beziehung einm\u00fcnden. St\u00e4ndig alles mitmachen und nirgendwo fehlen zu wollen, von allen gemocht zu werden, diesen Zwang wolltest du absch\u00fctteln.\u00a0<em>Das Tal der Sehnsucht<\/em>\u00a0soll deine Befreiung werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einsam steht die junge Frau an der Haltestelle des Busbahnhofs. Die letzte Verbindung ist abgefahren, ohne sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Foto HK Reiter<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":850,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[203],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846"}],"collection":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=846"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2572,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions\/2572"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/850"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/hkreiter.com\/tilt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}