fbpx

Skip to Content

Category:Aktuelle Artikel

aktuelle, jüngste Kurzgeschichten, Berichte, Meinungen, Ansichten

Von der Unmöglichkeit, Mögliches möglich zu machen (Teil 2)

Wer in den Medien gelegentlich die WireCard-Story verfolgt, verspürt in seinen Eingeweiden ein unbehagliches Murren und Knurren. Hinauf ins Hirn getragen, wird es zur nicht fassbaren Unmöglichkeit, jene Vorkommnisse logisch in die Welt seiner Synapsen einzuordnen.

Es gelingt nicht, weil sich das Murren und Knurren aus dem Untergrund mit hinauf schleicht in die Sphären des Wissens und der Erkenntnis.

Was ist geschehen? Ex WireCard Chef Markus Braun sagt, nein, er beteuert es, dass er von Unregelmäßigkeiten nichts gewusst habe und von der Richtigkeit der Bilanzen überzeugt gewesen sei.

Die Ursache des Murrens und Knurrens ist geboren. Angenommen, er hat recht, so ist es die Unfassbarkeit, wie solches geschehen sein soll. Angenommen, was er von sich gibt, stimmt nicht. Er lügt also oder er weiß es wider besseres Wissen nicht anders. Auch in diesem Fall erfasst uns dieses Murren und Knurren der Unfassbarkeit.

Und nichts passt ins menschliche Gefüge schlechter als Unfassbarkeit. Es macht uns unsicher, zieht uns den Boden unter den Füssen weg, verhindert jegliche logische Auseinandersetzung mit der Realität. Unfassbar ist eben unfassbar. Durch nichts zu toppen!

In Moskau sitzt ein despotischer Machthaber. Es liegt an ihm, Hunderttausende in den Tod zu schicken. Es liegt an ihm, Narrative über die angeordneten Gräueltaten zu erfinden, dass einem schier die Spucke wegbleibt. Die Realität ist ob solcher Erzählungen außer kraft gesetzt. Jegliche Regeln des menschlichen Mit- und Nebeneinander haben ihre Gültigkeit verloren.

Wieder quälen wir unsere Gehirne, tragen es ihnen an. Sie, verächtlich verweigernd, was uns so schmerzt, die Unfassbarkeit des Vorgangs bis hinein in die Eingeweide trommelt.

Und es ließe sich die Palette der Unfassbarkeiten erweitern, möglich bis hin in die Weiten des Unendlichen. Es macht uns krank. Wir vermitteln dem Organismus nicht mehr die lebensnotwendige Stabilität. Organe scheren aus, hin zu neuen Mittelpunkten. Die es nicht gibt! Sie irren umher, verfallen in Labilität. Menschen mit erstaunlichen Fähigkeiten sind die Folge. Sie vergewaltigen ihre Gehirne bis hin zur Selbstverstümmelung. Sie gebären neue Narrative. Narrative, die aus der Unfassbarkeit Fassbares, ja logisch scheinend Begründetes formen.

Wenn nur genügend dieser menschlichen Missbildungen aufscheinen, wird aus Unfassbarem gleich einer religiösen Wandlung eilig Fassbares geworden sein.

Von der Unmöglichkeit, Mögliches möglich zu machen (Teil 1)

Denken wir nicht oft, wieso Menschen nicht ihr Hirn einschalten und Dinge vernünftig regeln? Freilich bräuchte es hierzu umfassendes Wissen über die Ursachen vorhandener Konflikte. Ursachen haben Beteiligte. Sie begründen die Ursachen und sind selbst Ursache!

In seinen letzten Beiträgen (in e-stories.de)

… vom ehrbaren Arbeiten, als ziviler Grundanstand_(#2)

… vom ehrbaren Arbeiten, als ziviler Grundanstand_(#1)

hebt Egbert Schmitt sehr deutlich die Unfähigkeit des erwarteten Zusammenwirkens hierarchischer Organisationen hervor. Es wundert mich nicht, wenn ich lese, wie wenig Verantwortung erkennbar ist. Arbeitsgruppen, Ausschüsse u.Ä. weisen nicht selten genau darauf hin. Verstärkung liefern unzählige Berater. Unternehmen, die nichts anders tun, als jene zu beraten, die Kraft ihrer Ausbildung, Studium, Position in der Hierarchie etc. alle Voraussetzungen mitbringen, ihren Job mit Verantwortung auszuführen. Millionenbeträge werden zu Umsatz, die besser in den Unternehmen und Organisationen verblieben wären. Und auch hätten verbleiben können, wenn nur die Verantwortlichen Verantwortung übernommen und ihrem Auftrag gemäß gehandelt hätten.

Sehr aufschlussreich hierzu ist das Interview mit Dieter Reiter, OB München, in der SZ vom Samstag/Sonntag, 11./12.Februar, „Ich dachte, ich spinne“.

Dies ist keine Kurzgeschichte im üblichen Sinn. Und doch ist es eine Geschichte. Sie erzählt von den Ursachen über die Unmöglichkeit, Mögliches möglich zu machen.

Wir haben uns daran gewöhnt. Bürokratie regelt unser Dasein. Unzählige Verordnungen, Durchführungs- und Ausführungsbestimmungen, gesetzliche Regelwerke, die ohne zugehörige Kommentare nicht versteh- bzw. interpretierbar sind, betriebliche Regelwerke, Verwaltungsvorschriften, Öffentliches Preisrecht und Zahlreiches mehr.

Es ist alles angelegt für eine Bürokratie ohne Ende.

Unerklärliche Vorkommnisse entstehen. So, wie kürzlich der Bau einer Lärmschutzwand in Tübingen, von der selbst Boris Palmer, OB Tübingen, sagte, sie sei Unsinn, würde aber gebaut, weil Vorschrift! Zweihunderttausend Euro verpulvert!

Ja, geneigte Menschen, die bis hierher gelesen haben, eine Geschichte nur. Eine Kurzgeschichte, obwohl, wäre sie detailreich recherchiert, tausende von Seiten füllen würde. Zu umfassend für das vorliegende Format.

Wir möchten gerne den politisch Verantwortlichen Glauben schenken, wenn sie erklären, die Bürokratie sei die Wurzel allen Übels und müsse deshalb dringend und vorrangig abgebaut werden. Nur zu gut können wir verstehen, welch immensen Geldsummen für drängende Vorhaben zur Verfügung stehen könnten, gäbe es nur diese unselige, alles bestimmende Bürokratie nicht.

Denken wir jedoch daran, Bürokratie ohne Bürokraten gibt es nicht. Bürokratie ersetzt den gesunden Menschenverstand. Bürokratie entzieht den Verantwortlichen die Verantwortung. Bürokratie unterstützt die Phlegmatischen.

So endet Teil 1 dieser Kurzgeschichte.