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Category:Zum Nachdenken

Geschichten, die geschehen sind oder geschehen sein könnten, und die manchmal zum Nachdenken anregen wollen.

Gehälter, Bezüge und andere Schweinereien!

Das Wirtshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige standen noch hinter der letzten Stuhlreihe an die Wand gelehnt oder halb auf dem Fenstersims hockend. Kein Mensch hätte geglaubt, dass diese Partei für ihre Veranstaltung so viele Bürger aus dem Dorf und dem näheren Umland zusammenbringen würde. Read more »

Einsam

Vor Jahren, zehn oder zwölf mochten es sein, hatten sie ihm das Kabel hochgezogen.  Strom gab es seitdem immer. Er brauchte ihn zum Überleben. Nicht wegen der kalten Zeit im Winter, nein, heizen und Warmwasser lieferten ihm eine für diese abgeschiedene Gegend doch recht moderne, zentrale Heizanlage. Er hatte sie nur ein paar Jahre später installieren lassen und musste lediglich einen ausreichenden Vorrat an Brennholz anlegen, was kein Problem war, denn Wald gab es genügend um ihn herum. Den Strom brauchte er für seine Maschinen, die Melken, Buttern und Käsen während der Saison erleichterten, wenn das Vieh heroben auf der Alm war. Read more »

Heiligabend

Gehetzt blickte der Mann auf seine schwere Armbanduhr. Nur noch weniger als eine Stunde! Es war zum Verrücktwerden. Wie um Himmelswillen sollte er das bloß schaffen? Mühsam zwang er seinen Atem in geordnete Bahnen. Du mußt ruhig bleiben!, sagte er sich immer wieder, ruhig bleiben! Read more »

Weihnacht – ein Dorf in Aufruhr!

Der Erste Advent war beinahe unbemerkt ins Land gezogen. Es war eben nicht mehr die Jahreszeit dafür. Früher, ja früher, erinnerten sich die Älteren, da hat’s noch Schnee gehabt. Aber heutzutage? Schweren Schrittes stapfte der Weinzierl Ferdinand über das matschige Laub, das der Wind letzte Nacht von den Bäumen gefegt hatte. Sonst waren um diese Jahreszeit die Bäume längs leer,  brummte Ferdinand Weinzierl vor sich hin und beeilte sich, so gut er das mit seinen 85 Jahren noch konnte, den Marktplatz zu erreichen. Read more »

Der verlorene Blick

Wir schauen hin, aber wir sehen es nicht mehr, bemerkte einer der Männer bevor er einen kräftigen Zug aus seinem Keferloher nahm. Ja, ja, der Keferloher, dachte der Mann, während er sich dem Biergenuss hingab. 1808 soll er in jener Ortschaft bei München erfunden worden sein, deren Namen er trägt. Ein Tonkrug, der das süffige Bier ganz genau in der richtigen Temperatur hält. Da kommt kein Glaskrug hin, sagte der Mann ganz in Gedanken.  Read more »

Panik

Es gefiel ihm nicht, was er sah. Aber so sehr er es liebend gerne nicht wahrgenommen hätte – es war zu spät dafür. Read more »

Rückkehr

Der Bleicher Georg hatte es satt. Seine Spezi vom Stammtisch hatten es auch gesagt – letzten Sonntag gleich nach der Kirche. Er wusste gar nicht mehr, wie lange es ihren Stammtisch schon gab. 30 Jahre oder gar schon 40? Als junge Burschen hatten sie ihn ins Leben gerufen. So um die 20 musste er damals gewesen sein. Immer sonntags. Erst in die Kirche, dann zum Bier, das war ihr Motto, damals wie heute. Read more »

Was wir nicht wissen!

Früh am Morgen verließen die Männer den Ort. Wetterfeste Umhänge schützten sie vor dem einsetzenden Schneetreiben – unten im Tal. Oben in den höheren Lagen würde sie ein schneidender Wind erwarten. Winzigen, scharfen Nadeln gleich würde der Schnee zu Eis gefroren sein und ihre Gesichter malträtieren. Schweigend stapfte die Gruppe gemäßigten Schrittes bergan. Schwere Rucksäcke drückten die Männer in den Boden, auf dem sie für kurze Zeit ihre Spuren hinterließen. Read more »

Muttertag

Amelia muss raus. Kein Wecker, der es ihr befielt. Es ist jeden Tag so, sieben Mal in der Woche. Auch heute, das Vieh im Stall, die Arbeit danach, Rahm abschöpfen, die Milchkübel nach vorne zur Straße geschleppt, der Molkereiwagen ist immer pünktlich.

Wenigsten müssen die Kinder heute nicht zur Schule. Welch kleines Privileg am Wochenende. Der Georg, ihr Mann, ist schon auf der Futterwiese, frisches Gras für’s Vieh. Das macht er jeden Tag, bevor er mit dem Bus zur Arbeit fährt, um sieben Uhr fangen sie an, im Sägewerk, nicht weit vom Hof. Ohne das Sägewerk könnten sie den Hof nicht halten. Er arbeitet dort bis zum Mittag, manchmal wird es auch später. Kleinere Sachen erledigen schon die Kinder. Die Hühner zum Beispiel.

Heute am Sonntag schleppt der Georg die Kübel zur Straße Read more »

Tödlicher Fehler (2)

Als kürzlich Felix Baumgartner durch jenen schlimmen Unfall jäh aus dem Leben gerissen wurde, blieb nichts zurück. Trauer und Fassungslosigkeit nahmen dem Leben seiner Liebsten jeden Sinn. Sie konnten es nicht fassen. Warum?, fragten sie immer wieder, warum? Sie bekamen keine Antwort. Niemand konnte sagen, warum es geschehen war. Niemand! Keine Experten, keine Polizei, keine noch so klugen Menschen.

Nicht sehr weit entfernt von dem Ort, an dem Felix‘ Eltern wohnten und jetzt auch seine Frau und die Kinder, bis sie über das Gröbste hinweg wären, rüsteten sich die wenigen Leute des Dorfes, wie jeden Sonntag, um rechtzeitig zur Frühmesse zu kommen. Read more »