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The Blog

zeitweilig…

Bewegte Wochen waren das!, meinte Ferdinand Lechner in Anspielung auf die zurückliegenden Wahlen. Ferdinand war einer der kleineren Bauern am Ort. Nicht so klein, dass er und seine Familie nicht hätten davon leben können, aber nicht so groß, wie einige der anderen am Tisch. Der Hinterkofler zum Beispiel, der besaß einen Hof mit an die zweihundert bester Milchkühe. Oder der Markthaler Alfons, der weniger mit der Viehwirtschaft im Sinn hatte, dafür aber jeden Quadratmeter, den er pachten oder kaufen konnte, mit dem Ertragreichsten bebaute, das der Boden hergab und von der EU subventioniert wurde – das musste man dazu schon auch sagen. Read more »

Integration – ein Tor ist ein Tor – Tiefsinniges für Einsteiger!

Wisst ihr, wann ein Tor ein Tor ist?,  fragt der Mann in dem überaus gut sitzenden, beinahe eine Spur zu elegant wirkenden Trainingsanzug die um in versammelte Mannschaft.

Ununterbrochen läuft im Weiterbildungszentrum einer großen deutschen Behörde diese Sequenz aus einem Video. Manche der Teilnehmer heften ihre Blicke hilfesuchend an die Decke, andere, wie von Selbsthypnose gepackt, glotzen mit trüben Kuhaugen vor sich hin. Read more »

Wahljahr – skurril, aber (vielleicht) doch wahr –

Nennen Sie mich einfach Ix, sagte der Mann, schmiss seinen massigen Körper in einen der bequem anmutenden Sessel und grinste sein Gegenüber unverhohlen an. Ix, sagte dieser, ist ja nicht gerade originell, nicht wahr? Warum nicht 007? Ist schon belegt, sagte der Mann und grinste noch breiter. Read more »

Muttertag – Bericht einer Frau

06:50 – unsanft reißt mich Alfons‘ Wecker aus dem Schlaf. Bleib liegen und schlaf weiter, sagt er. Muttertag, du weißt, ich mach‘ heut alles. Rumms, die Tür, wie üblich, einfach ins Schloss gezogen, obwohl ich ihm schon hunderttausendmal gesagt hab‘, er soll die Klinke in die Hand nehmen, während des Schließvorganges sanft nach unten drücken und ebenso sanft wieder nach oben freigeben, wenn die Tür, in diesem Fall geräuschlos, zu ist. Kein Mensch kann bei diesem Lärm liegen bleiben und ruhig weiterschlafen. Read more »

Warum wir in Bayern keinen König mehr brauchen!

In Bayern, da haben wir immer einen König g’habt, plärrte der Innozenz mit hochrotem Kopf in die vom Bierdunst geschwängerte Stammtischluft und hieb mit geballter Faust auf den von feiner Nässe überzogenen Biertisch. Bei derart vorgetragener Bekundung schwappte dabei ein Teil des würzigen Bieres aus den vollen Krügen über und harrte darauf, von einem der Joppenärmel der um den Tisch Versammelten aufgewischt zu werden. Read more »

Der Pfau – Aufstieg und Fall – 13 Kapitel über eine verworrene Zeit.

April 2017

Entwurf einer Geschichte, auf der Grundlage zweier Kurzgeschichten von Egbert Schmitt

  1. Alles hängt mit allem zusammen… (www.e-stories.de)
  2. Über die Minderheit der Schamlosen…(www.e-stories.de)

Mitwirkende:

  1. Julius Pongratz – ein verträumter Realist
  2. Bettina Lichtenzweig – eine junge Frau, die gerne glaubt, was man ihr sagt
  3. Herbert Ehrenberg – ein Manager, der weiß, wie man nach oben kommt
  4. Sofia Liebreiz – eine Frau um die Vierzig, die sich immer schon gerne gegen alles aufgelehnt hat

(1)

Julius Pongratz war ein durchaus verträglicher Mensch. Im beschaulichen Oberammergau das Licht der Welt erblickt, bekam er schon mit der Muttermilch die sprichwörtliche Gelassenheit der Menschen dieser Region eingeflößt. Der Vater, ein Beamter im bayerischen Staatsdienst, wurde immer wieder versetzt und so verschlug es die Familie quer durch alle Regionen Bayerns, gerade so, wie es eben die Karriere des Familienoberhauptes verlangte. Read more »

Blickfang – ein bayerischer Tatort

Wir wissen nicht, warum er es getan hat, sagen die Leute. Keiner weiß es, sagt der Herr Kaplan.

Der lüsterne Blick des Mannes vorne am Altar galt zweifellos dem Mädchen rechts in der ersten Reihe. Die Ministranten schleppten die sakralen Utensilien umher: die Heilige Schrift, ein schweres Buch mit Goldschnitt, Weihrauchgefäße und Kännchen mit Wein und Wasser. Read more »

Kannibalen – eine bayerische Betrachtung

Kannibale, sagt der Duden, ist:

1. Angehöšriger eines Naturvolkes, das auch Fleisch von Menschen verzehrt.
2. (abwertend) rohe, brutale Person.

Übrigens gilt dies auch für weibliche, die man dann Kannibalin nennt.

Als kannibalisch gilt, wer als barbarisch, brutal, gnadenlos, grausam, herzlos, schonungslos, unbarmherzig, unerbittlich, ungerŸührt, unmenschlich oder verroht bezeichnet wird.

In diesen Fällen, ebenso wie für jene unter Ziffer 2 oben, ist der Verzehr von Menschenfleisch keine Voraussetzung

Jetzt aber zur Sache. In Bayern, soviel ist gewiss, gehören Kannibalen der Kategorie 1. schon per se Read more »

Gefühlsstrudel

Sie glauben also, dass jeder Mensch seinen Punkt hat?
Ja, hat er.
Geht’s ein bisschen genauer?
Geht es, aber wozu?
Damit ich es verstehe!
Sie werden es nicht verstehen! Aber, wenn Sie wollen, kommen Sie morgen wieder.

Sie hatten sie geschickt, sie, neu im Job, sie, frisch von der Uni. Rede mit ihm, vielleicht spricht er ja mit dir, mit den anderen hat er’s nicht getan. Zwecklos! Read more »

Schneeschmelze

Der Schlapphut verdeckte die zerfurchte Stirn des Mannes und gab nur wenig seiner funkelnden Augen preis, als er mit einem verächtlichen Grinsen ins Tal blickte. Seit Wochen waren sie hinter ihm her. Er sah sie gut hundert Meter unterhalb ein Schneefeld queren. Fünf Männer, bewaffnet, ganz deutlich waren die Mündungen der geschulterten Gewehre zu erkennen. Grenzschutz, Bundespolizei oder wem immer sie sonst angehörten – für ihn war das ohne Bedeutung. Read more »